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Wissenschaft

Versorgungsforschung

Wissenschaft in der Praxis

Die Versorgungsforschung ist eine Säule der medizinischen Forschung und untersucht, wie Therapien direkt in der praktischen Anwendung wirken und durch die Ärztinnen und Ärzte umgesetzt werden. Sie berücksichtigt die Qualität und Wirksamkeit der realen Umsetzung. Sie ergänzt somit die Erkenntnisse aus klinischen Studien, die Daten unter idealen Studienbedingungen erheben, und berücksichtigen die Diversität der behandelnden Kliniken und bei verschiedenen Patientengruppen.

Die Versorgungsforschung stellt Fragen wie:

  • Erreichen etablierte Therapien alle Personen, die sie benötigen?

  • Wie unterscheidet sich die Behandlungsqualität zwischen verschiedenen Behandelnden und in verschiedenen Patientengruppen?

  • Welche Faktoren – wie Vorerkrankungen – beeinflussen den Behandlungserfolg?

  • Wie können Behandlungen und die Patientensicherheit verbessert werden?

Aktuelle Projekte aus der Versorgungsforschung

UFO – Erfassung unerwünschter Behandlungsfolgen nach Operationen aus Patientenperspektive

Laufzeit: 10/2024 – 03/2028

Ziel von UFO ist die frühzeitige Erkennung und langfristige Reduktion postoperativer Komplikationen. Dazu entwickelt das Projektteam ein Befragungsinstrument, das unerwünschte Behandlungsfolgen nach Operationen (UFOs) mittels patient-reported outcome measures (PROMs) systematisch erfasst. Dies ermöglicht:

  • Einen Vergleich und ein Benchmarking postoperativer Outcomes zwischen ambulanten und stationären Operationen.
  • Die Früherkennung von postoperativen Komplikationen, sodass eine gezielte Nachsorge und frühzeitige Intervention möglich werden.

Die DGAV ist Konsortialpartner (Prof. Dr. Christian Eckmann) in dem durch den Innovationsfond geförderten Versorgungsforschungsprojekt, das von apl. Prof. Dr. Winfried, Meißner, Universitätsklinikum Jena geleitet wird.

Unsere medizinischen Register als Motor für Versorgungsforschung.

Während klinische Studien kontrollierte Bedingungen erfordern, um die Wirksamkeit neuer Verfahren zu überprüfen, berücksichtigt die Versorgungsforschung behandlungsnahe Daten aus dem „klinischen Alltag“.

Zur Förderung der Versorgungsforschung stellen wir konkrete Angebote und Werkzeuge bereit, mit denen sich die Versorgungsrealität messen lässt. Auf dieser Grundlage kann die Qualität chirurgischer Behandlungen datenbasiert weiterentwickelt werden.

Photo of Medizinische Register
StuDoQ

Medizinische Register

Register wie die der DGAV sind etablierte Instrumente der Versorgungsforschung, da sie strukturiert und systematisch Daten aus der täglichen Patientenversorgung erfassen und auswerten.

Register wie die der DGAV sind etablierte Instrumente der Versorgungsforschung: Sie erfassen und analysieren systematisch Daten aus der täglichen Patientenversorgung. In zwölf Registern wurden bereits über 650.000 Datensätze dokumentiert – eine wichtige Grundlage zur Beantwortung zentraler Fragen der chirurgischen Versorgung.
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Photo of Aus Daten werden Erkenntnisse
Publikationen

Aus Daten werden Erkenntnisse

Fragestellungen bzw. deren Ergebnisse, die bisher durch Chirurginnen und Chirurgen mithilfe der Registerdaten ausgewertet wurden, werden in medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Ärztinnen und Ärzte im Gespräch vor einer begrünten Wand
Nachhaltigkeit

Chirurgie braucht Zukunft – und Zukunft braucht Nachhaltigkeit

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft stellt sich die DGAV im Rahmen des Konzepts Planetary Health ihrer Verantwortung. Dieses transdisziplinäre Gesundheitsverständnis verknüpft die Gesundheit der Menschen mit der ökologischen Stabilität unseres Planeten. Die DGAV fokussiert sich dabei auf drei zentrale Hebel: die Integration von Nachhaltigkeit in medizinische Leitlinien, Initiativen für nachhaltiges Operieren und eine umweltbewusste Kongressplanung.
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Infohub

Evidenz im klinischen Alltag

Leitlinien sind evidenzbasierte Empfehlungen für die medizinische Versorgung. Sie schaffen die Grundlage für klinisches Handeln, fördern eine flächendeckende Versorgung nach dem Goldstandard und sind zentraler Bestandteil des Qualitätszyklus im deutschen Gesundheitssystem. In die Entwicklungen von Leitlinien fließen vielfältige Erkenntnisse aus der Versorgungsforschung ein.