Therapiedaten zum NOTES-Register von März 2008 bis September 2009
[Abbildungen zum Vergößern bitte anklicken]
Die folgende Analyse bezieht sich auf die Daten, die von März 2008 bis September 2009 in das Deutsche NOTES-Register der DGAV eingegeben wurden.
Eine weitergehende statistische Analyse finden Sie in:
The German registry for natural orifice translumenal endoscopic surgery: report of the first 551 patients.
Lehmann KS, Ritz JP, Wibmer A, Gellert K, Zornig C, Burghardt J, Büsing M, Runkel N, Kohlhaw K, Albrecht R, Kirchner TG, Arlt G, Mall JW, Butters M, Bulian DR, Bretschneider J, Holmer C, Buhr HJ.
Ann Surg. 2010 Aug;252(2):263-70.
DOI: 20585238
Die DGAV dankt allen teilnehmenden Kliniken. Die Kliniken tragen mit ihrer Teilnahme am Register dafür Sorge, dass diese neue chirurgische Technik verantwortungsvoll in die Praxis umgesetzt wird. Eine Liste der teilnehmenden Kliniken finden Sie hier.
Bis September 2009 waren alle Patienten waren Frauen. Es wurde überwiegend der transvaginale Zugang mit starrem Endoskop gewählt (Abb. 1). Fast alle Operationen fanden in Hybridtechnik unter Verwendung des transvaginalen Zugangs und eines 5mm-Zugangs im Bauchnabel statt.
Abb. 2 zeigt intra- und postoperative Daten für die drei häufigsten Zielorgane.
Die BMI-Verteilung im NOTES-Register zeigt einen deutlichen Trend zu übergewichtigen Patienten und entspricht damit der aktuellen Entwicklung in der Bevölkerung (Abb. 3).
Konversionen zur Laparoskopie oder Laparotomie traten in 3,7% der Fälle auf (Abb. 4). Der überwiegende Anteil der Konversionen fand aufgrund operationstechnischer Probleme (Kolposkopie nicht möglich, anatomische Probleme) statt (Abb. 5).
Intraoperative Komplikationen traten in 1,4%, postoperative Komplikationen in 1,5% auf (Abb. 6). Die meisten Komplikationen waren geringfügig. Potentielle Major-Komplikationen sind in Abb. 7 aufgeführt: Bei einer Patientin mit Verletzung des Dünndarms erfolgte der Umstieg auf die Laparotomie und Dünndarmsegment-Resektion. Eine Rektumverletzung und eine Blasenverletzung wurden laparoskopisch übernäht. Zwei weitere Blasenverletzungen heilten konservativ aus. Der weitere Verlauf bei diesen Patienten war komplikationslos. Ein Douglas-Abszeß 4 Wochen nach NOTES-Operation wurde laparoskopisch drainiert und heilte problemlos aus. Todesfälle sind nicht aufgetreten.
Die multivariate Analyse zeigt eine Abhängigkeit der Konversionsrate vom BMI und Alter der Patienten, nicht jedoch vom Fallvolumen der Klinik. Komplikationen waren nicht mit BMI, Alter oder Fallvolumen assoziiert (Abb. 8). Abb. 9 zeigt die Wahrscheinlichkeit einer Konversion in Abhängigkeit vom BMI.
Das Fallvolumen der teilnehmenden Kliniken wurde für Cholezystektomien analysiert (Abb. 10). Es zeigt sich eine hochsignifikante Abhängkeit der OP-Dauer vom Fallvolumen, jedoch keine Auswirkung auf die Komplikationsrate.
Zusammenfassend zeigen die verfügbaren Daten, dass die transvaginale hybride NOTES-Cholezystektomie in der in Deutschland verwendeten Technik sicher ist und eine geringe Komplikationsrate besitzt.
Ausgewählte Literatur
Zornig C, Mofid H, Siemssen L, Wenck CH. [Transvaginal access for NOTES.]. Chirurg. 2010. Available at: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20376422.
Meining A, Kähler G, Delius S, et al. Natural Orifices Transluminal Endoscopic Surgery (NOTES) in Germany: Summary of the Working Group Reports of the "D-NOTES Meeting 2009". Z Gastroenterol. 2009. Available at: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19885782.
Zornig C, Mofid H, Siemssen L, et al. Transvaginal NOTES hybrid cholecystectomy: feasibility results in 68 cases with mid-term follow-up. Endoscopy. 2009;41:391-394.









